Der harte Weg zum Barsch

17/01/2019

Wir schreiben den 28.12.2018, die große Fresserei an den Weihnachtstagen ist vorbei ... schade;)!

Da Andi und Peter zurzeit in Amsterdam zum Fischen sind, Patryk Schicht arbeitet und Niels keine Zeit hat, treibt es heute wie in letzter Zeit öfter Andi a.k.a Waltraud und mich zusammen ans Wasser! Wir sind einfach zähe Hunde, die letzten Tage fischten wir bei Wind und Starkregen nachts vom Ufer auf Zander. Das hat ganz gut funktioniert, den ein oder anderen Zander konnten wir landen.

 

Ok zurück zum 28.12.! Wir starteten gegen 7:00 Uhr. Sonnenaufgang ist aktuell um 8:22 Uhr und bis zum See sind es ca. 55 min fahrt. Also passt das ganz gut! Meistens Eiern wir vorher nochmal zur Tanke und besorgen uns Verpflegung für den Tag, mit Hunger auf dem Boot geht`s gar nicht. Bis Dato lief alles wie am Schnürchen. Das Display im Auto zeigt -1 Grad an, nicht ganz so mein Ding aber eine stabile Temperatur zum Fischen (zumindest an diesem Gewässer hier).

Kurz vorm See machte der Trailer etwas seltsame Geräusche, eher hörte es sich an als sei es das flattern eines Spanngurts. Naja, der See ist nur noch ein Steinwurf entfernt, leben am Limit ...hahaha läuft! An der „SLIPPE DES GRAUENS“ wie Andi sie gerne nennt, weil sie einfach fucking schmal ist, passiert es dann! Waltraud guckt mich an wie n Karpfen und brabbelt nur was von „Ey Typ, da rollt der Reifen. Ich glaub du musst mal schauen gehen“! Oh man, echt jetzt? Plötzlich schießt mir wieder das Geräusch von eben in die Birne .... it`s to Late, Ich denke das Bild sagt mehr als Worte...

Verdammtes Rad, schaut euch doch ma die Scheiße an... Jetzt liegt es da auf der Straße rum und zusätzlich blockieren wir die Zufahrt der Slippe. Der Ganze Tag scheint sich gerade ziemlich in Staub aufzulösen. Nach kurzer Sicht der Dinge war klar, das Radlager ist übelst am Sack. Komplett im Eimer das Teil! "Kannste knicken!" sagt Waltraud zu mir, damit kommen wir nicht mehr weit. Allerdings sagt er auch im selben Satz, "Warte Digger, ich heb den Trailer inkl. Boot hoch und du steckst es wieder rauf. Der McGayver Move hatte tatsächlich funktioniert. "Darüber können wir uns später n Kopf machen" sagte er. Perfekt, geiler Typ! Gesagt getan, mit dem komplett eiernden Rad ging es dann die Slippe runter direkt ins Wasser! Nach ca. 10 min auf dem Wasser mussten wir beide etwas schmunzeln. Im Endeffekt war es schon von Vorteil das es jetzt hier passiert ist und nicht bei voller Fahrt auf der Autobahn. Das hätte böse ausgehen können.

Wir waren beide noch etwas müde anfangs, die Sache mit dem Trailer hat dann etwas Schwung in die Kiste gebracht. Naja, eigentlich alles cool, immerhin sind wir auf dem Wasser und fahren die ersten Spots an.

 

 

Der See wird durch den Rhein gespeist und ist die letzten Tage ziemlich stark angestiegen. Meistens sehr schwere Bedingungen, wir sehen es aber als Herausforderung. Manchmal muss man eben einfach raus, egal wie der Luftdruck, Wasserstand, Mond oder die Temperatur gerade ist. Als Angler hat man dieses eine Gefühl ... ihr wisst sicher was ich meine. Ok, da sind wir nun. Die Bedingung ist mal wieder komplett anders als beim letzten Besuch. Es sind halt auch 10 Grad Unterschied und 3 Meter mehr Wasser. Die ersten Spots waren mir bekannt aber brachten kein Fisch, “Lass weiter...ich will auch Fischen“ hörte ich nur von der Waltraud. Er hatte noch keinen Schein für das Gewässer. Cool ist, man kann den Schein direkt vor Ort am Wasser beim Restaurant kaufen. Der Luy (Betreiber der dortigen Kneipe) ist eine coole Socke und macht das schon seitdem ich denken kann. Wir klärten zusätzlich noch ab, ob wir unser Boot bei ihm am Steg lassen können, falls wir keine andere Möglichkeit finden den Kahn nach Hause zu bekommen. Er nickte es mit einer dezenten Kopfbewegung ab. Wieder auf dem Wasser ist es ziemlich kalt. Wir entschieden uns ein paar Würfe im Freiwasser an kleineren Bergen zu machen. Nichts.... kein Kontakt. Keine Zeit verlieren und weiter zum nächsten Spot. Es war echt nebelig und man sah erst jetzt das schon ziemlich viele Boote auf dem Wasser waren. Alle fischten im Freiwasser vertikal auf Zander und Barsch. An der Menge vorbei, kamen wir an den Spot, den ich schon den ganzen Morgen im Auge hatte. Ich klärte Waltraud kurz über den Spot auf und wir fingen an zu Fischen. Nach zwanzig Minuten kam endlich der erste Biss! Voll versemmelt, ich war gerade mit den Gedanken komplett woanders. Waltraud wollte rüber ans Ufer um dort etwas zu Fischen. Der Biss ließ mich ihn allerdings überreden noch fünf weitere Würfe zu machen, bevor es weiter gehen sollte. Es dauerte keine fünf Würfe bis der Einschlag kam. Barsch und kein schlechter. Hat sich auf jeden gut verkauft! 

 

 

Ok, ich hatte dann mein Köder gefunden und fischte erstmal weiter.

Wir machten noch 50 Würfe doch es tat sich nicht viel. Egal, kurz mal die Hände aufwärmen und dann Strecke machen. Wir beide blieben jedoch ohne Erfolg. Waltraud fischte ununterbrochen weiter, also wie immer eigentlich. Er zieht immer Straight sein Ding durch und fischt seine Stellen extrem gut ab. Ich leg wieder eine kleine Pause ein, ich habe Eiskalte Finger. Wenn ich wüsste was da gerade unter uns abgeht hätte ich wohl keine Pause eingelegt. Den nächsten Wurf schlenzte ich einfach so nur paar Meter raus und jiggte ganz langsam ein Gummi Krebs über den Grund. Ganz kleine Lupfer über den Grund, so real wie es nur geht. Kurz liegen lassen und dann wieder paar kleine Lupfer. BABämmmmm! Am anderen Ende antwortet der Kumpel in sieben Meter Wassertiefe mit einem heftigen Einschlag! Gekontert wird direkt mit einem Anhieb, sitzt! Bei so wenig Aktion und kaum Kontakten muss man zu 100 Prozent dabei sein. Geiler scheiss, endlich wieder Fisch am Band. Die ersten fluchten ließen mich auf ein Hecht schließen und ich dachte nur an mein 0,21er Fluoro, doch dann kam das Kopfschütteln was ich so Liebe... Dickbarsch am Ende meiner Schnur! Schaut euch dieses brachiale Gerät an.

 

 

 

Ob ich happy war sieht man wohl in meinem Gesicht. 47er Klopper, endlich wieder Dickbarsch! Der Plan ging auf würde ich sagen. Waltraud freute sich fast genauso wie ich, die Stimmung auf dem Boot war wieder da. Ich hatte keine kalten Finger mehr, nach solch einem Brecher geht es einem einfach gut. Es sollte aber der letzte Barsch für diesen Tag sein, but i‘am happy! Wir fuhren noch eins, zwei weitere Spots an, die an solch eher schwierigen Tagen doch noch Fisch bringen könnten. Hier konnte ich einen Halbstarken Zander überlisten. Blasser Bursche aber für die Motivation ein starker Fisch. Bei der Größe schon so ein geiles Paddel, mega...

 

 

Nach dem Zander fuhren wir langsam zurück zum Auto. So langsam mussten wir uns Gedanken machen den Kahn aus dem Wasser zu holen und wieder sicher nach Hause zu bringen. Der Plan war recht simpel, Rad wieder auf die Achse stecken und versuchen das Boot zu Trailern. Hoffentlich geht der Reifen bei der Temperatur nicht unter Wasser verloren, das wär echt doof, keine lust auf Baden... Es funzte jedoch ziemlich gut. Doch uns war klar, dass wir auf keinen Fall weiterfahren konnten. Waltraud die geile Socke ist zum Glück ADAC Mitglied. Wir Telefonierten erstmal mit der Zentrale, Ohwei... was die alles wissen wollten. Naja, im Endeffekt betrug die aktuelle Wartezeit 1-3 Stunden, Freude!!! Was bleibt uns sonst übrig? Nix! Da mussten wir jetzt durch. Der gute Mann kam nach ca. 1,5 Stunden zu uns direkt ans Wasser und schaute erstmal nicht schlecht. Er machte einen ziemlich lockeren Eindruck und wir waren mit ihm direkt auf einer Wellenlänge. Die Sache mit dem Aufgesteckten Rad klappte natürlich auch wieder und das Boot war nach ca. 20 min halbwegs sicher auf dem Schlepper verladen. Klaus (ich glaub so hieß der Typ) erklärte uns, dass er jetzt erstmal in die Firma muss, weil er Schichtwechsel hat. Na super, also erstmal dahin. Dort angekommen, stellten wir fest, dass wir das Boot jetzt natürlich nochmal abladen und auf den Schlepper seines Kollegen laden mussten. Klaus wollte natürlich mit seinem Schlepper gemütlich nach Hause fahren...

 

 

Im Endeffekt dauerte die ganze Aktion knapp vier Stunden. Immerhin hat es funktioniert das wir unser Boot nicht eine Nacht am See lassen mussten, sondern es beruhigt in meiner Garage parken konnten. Die Tage werde ich mich dann mal um das Radlager und die Achse des Trailers kümmern... 

 

 

Tight Lines,

Martin

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